7.11.2018

Gärtner - Fachjournalist - Maler - Politiker                                     Zum Gedenken an Emil Steiner

Foto: Andi Gantenbein 2014
Foto: Andi Gantenbein 2014

Am 27. Oktober starb Emil Steiner im Alter von 96 Jahren. Wir – die Schweizerische Stiftung für Landschaftsarchitektur SLA, die Abteilung  Landschaftsarchitektur der Hochschule für Technik Rapperswil HSR und der Bund Schweizer Landschaftsarchitektinnen und Landschaftsarchitekten BSLA – verdanken Emil Steiner viel. Hochkultiviert und sensibel, doch beharrlich und kämpferisch im Verfolgen seiner Ziele, trug er wesentlich zur Entwicklung und Stärkung unserer gärtnerischen und landschaftsarchitektonischen Berufsfelder bei.

 

Wenn heute in Rapperswil, seiner Heimatstadt, seit 1972 das Zentrum der Deutschschweizer Landschaftsarchitekturausbildung und -forschung etabliert ist, das Archiv für Schweizer Landschaftsarchitektur ASLA hier seinen Standort hat, ist das nicht zuletzt auch das Verdienst von Emil Steiner. Denn seit den 1950er-Jahren kämpfte er mit vielen nationalen und regionalen Vorstössen – in verschiedenen von ihm geleiteten Kommissionen  - für die Einführung von Hochschulausbildungen im Erwerbsgartenbau und in der Landschaftsarchitektur. Er war zu dieser Zeit Chefredaktor des Schweizerischen Garten-Blattes (heute Der Gartenbau), einer Zeitschrift, die er mit seiner Handschrift 35 Jahre lang prägte, die auf hohem Niveau neben gartenbaulichen auch gestalterische Themen aufgriff und zu aktuellen Umweltfragen, wie dem Boden- und Gewässerschutz, der Raum-und Landschaftsplanung, den Gefahren durch Pflanzenschutzmittel oder Atomenergie kritisch Stellung bezog.

 

1986 wurde Emil Steiner aufgrund seiner grossen Verdienste zum Ehrenmitglied des BSLA ernannt. Eng verbunden war er stets mit dem Archiv für Schweizer Landschaftsarchitektur ASLA. Er hat als langjähriger Stiftungsrat beim Aufbau des Archivs mitgeholfen und einen Grossteil seines beruflichen Nachlasses dem Archiv geschenkt. Es handelt sich um Dokumente seiner journalistischen und berufspolitischen Arbeit, um Fachpublikationen, Zeichnungen, einige hundert Fachbücher und rund 60 000 Fotonegative.

 

Bis ins hohe Alter pflegte er aber auch mit Leidenschaft seine Berufung als Maler und Zeichner. Bekannt sind seine frühen Pflanzendarstellungen, z.B. die botanisch exakten Zeichnungen zu den "Erkennungsmerkmalen der Laubgehölze im Winter". Seine Gemälde, in den auch immer wieder Pflanzen im Vordergrund standen, wurden in vielen Ausstellungen und Galerien gezeigt.

 

So griff in Emil Steiners Schaffen stets eins ins andere. Seine vier Berufe – Gärtner, Fachjournalist, Maler und Politiker – ergaben immer ein harmonisches Ganzes von hoher Qualität. Dafür ehren wir ihn über seinen Tod hinaus.

 

 

Bernd Schubert

 

Ausführlichere Informationen zu Emil Steiner: "Die Pflanze, das Wort und das Bild – Emil Steiner zum 85. Geburtstag" von Bernd Schubert, in anthos 3/07, S. 62; " Emil Steiner", Interview im Rahmen der Reihe "Ansichtssache" von Sophie von Schwerin, in anthos 3/14, S. 70-73.


1.11.2018

Publikation Leberecht Migge jetzt erhältlich

Hansjörg Gadient, Simon Orga, 
Sophie von Schwerin


Leberecht Migge
Die originalen Gartenpläne/
The original landscape designs

 

Verlag Birkhäuser

288 Seiten
370 Abbildungen in Farbe
Format 29,0 × 29,0 cm
Print geb. EUR [D] 89,95 / USD 99.95 / GBP 73.99

ISBN 978-3-0356-1359-9 DE / EN

 

 



30.3.2018

Jetzt online - Referate zur ILF-Tagung 2017 "Reform im Garten - Das frühe 20. Jahrhundert in Theorie und Praxis"

  • Prof. Dr. Jakob Tanner, Universität Zürich
    Experiment und Utopie: Die Verwissenschaftlichung des Körpers und die Reform des Lebens in den Jahrzehnten um 1900
  • Prof. Dr. Gert Gröning, Universität der Künste Berlin
    Reformgärten als Teil der Gartenkunst im frühen 20. Jahrhundert
  • Dipl.-Ing. Katrin Lesser, Garten- und Landschaftsarchitektin, Berlin
    Ludwig Lesser in Berlin - Vom Kleingarten bis zur Grosssiedlung
  • Dipl.-Ing. Alexandra Musiolek, Landschaftsarchitektin, Berlin
    Pflanzenverwendung im Reformgarten
  • Dipl.-Ing. Judith Rohrer, Gartendenkmalpflege Grünstadt Zürich
    Reformgärten im Fokus der Gartendenkmalpfege der Stadt Zürich

30.3.2018

Jetzt online - Interviews mit Werner Rüeger und Peter Stünzi


3.12.2017

ILF-Tagung 2017 - "Reform im Garten - Das frühe 20. Jahrhundert in Theorie und Praxis"

Bild: Irisgarten im Friedhof Brüssel-Evere von Leberecht Migge, Bleistift auf Papier, ASLA Archiv für Schweizer Landschaftsarchitektur
Bild: Irisgarten im Friedhof Brüssel-Evere von Leberecht Migge, Bleistift auf Papier, ASLA Archiv für Schweizer Landschaftsarchitektur

Am Donnerstag, 30. November 2017 fand die ILF-Tagung 2017 "Reform imGarten - Das frühe 20. Jahrhundert in Theorie und Praxis" statt.

 

Die Referate wurden begleitet von einer hochwertigen Ausstellung mit Originalplänen von Leberecht Migge aus dem Archiv für Schweizer Landschaftsarchitektur ASLA.



4.10.2016

Sensationeller Fund - Originale Pläne und Skizzen von Leberecht Migge

In unserem Archiv für Schweizer Landschaftsarchitektur ASLA  an der Hochschule für Technik in Rapperswil sind 322Pläne und Skizzen des weltbekannten deutschen Landschaftsarchitekten Leberecht Migge (1881 – 1935) gefunden worden.

 

 

 

 



Der Fund ist für die Forschung zur Gartengeschichte eine Sensation, weil er die Arbeitsweise des Gartenkünstlers und -reformers Migge erstmals in Originalen sichtbar macht; bisher glaubte man, dass seine Familie den gesamten Nachlass nach seinem Tod vernichtete. Daher war sein Werk bisher nur aus kleinen Abbildungen in Zeitschriften und Büchern bekannt.

Der Fund zeigt nicht nur bekannte, sondern auch viele unbekannte Werke und völlig neue Aspekte des Wirkens von Migge.

Die Pläne gelangten durch den ehemaligen Mitarbeiter von Migge, den Schweizer Gartenarchitekten Walter Leder (1892 – 1985) in die Schweiz. Die Familie Leder, die noch heute einen Gartenbaubetrieb in Zürich führt, hatte den Nachlass aufbewahrt und zwischen 2013 und 2016 an das Schweizer Archiv für Landschaftsarchitektur übergeben.

 

In den kommenden Jahren werden der Fund und die Beziehungen zwischen Migge und der Schweiz an der Fachstelle für Gartenkulturgeschichte der Hochschule für Technik in Rapperswil erforscht. Fachtagungen und eine Publikation im Birkhäuser Verlag werden die Zeichnungen und Pläne der Forschung, der Lehre und der Öffentlichkeit zugänglich machen.


 

Der Zustand der Exponate ist teilweise schlecht. Die konservatorische Sicherung erfordert einen erheblichen finanziellen Aufwand. Unter der Federführung des Archivleiters Prof. Hansjoerg Gadient läuft eine breite Fundraising Aktion. Spendenzusagen sind sehr willkommen und werden über die Archivleitung gerne entgegengenommen (hansjoerg.gadient@hsr.ch, 055 222 49 61).

 

Links:

Archiv für Schweizer Landschaftsarchitektur ASLA

Leberecht Migge

 

Informationen:
Prof. Hansjörg Gadient, Archivleiter: hansjoerg.gadient(at)hsr.ch
Dr. Sophie von Schwerin, Kuratorin: sophie.von.schwerin(at)hsr.ch
Simon Orga, wissenschaftlicher Mitarbeiter: simon.orga(at)hsr.ch

 

Pressespiegel:

Radio SRF 2 Kultur / Kultur Kompakt Abend, 4.10.2016

Entdeckung im Archiv für Schweizer Landschaftsarchitektur

 

Südostschweiz / Ausgabe Gaster & See, 4.10.2016

Sensationsfund an der HSR entzückt Experten

 

Zürichsee-Zeitung / Obersee, 4.10.2016

HSR entdeckt Skizzen des Pioniers städtischer Nutzgärten

 

 

 

Schweizerische Stiftung für Landschaftsarchitektur SLA

Fondation suisse pour l'architecture paysagère FAP

Fondation svizzera per l'architettura del paesaggio FAP

Fundazium svizra per l'architectura da la cuntrata FAC

 

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Hintergrundfotos: Schlosspark Meienberg, Rapperswil-Jona,  © Copyright Clemens Bornhauser, GTLA